#hagenvermisstdich

Bitte beachtet, dass Corona natürlich große Auswirkungen auf unsere gastronomischen, touristischen und kulturellen Angebote in Hagen hat. Wir bitten euch daher, euch beim jeweiligen Anbieter über mögliche Einschränkungen zu informieren.

Zur Homepage

Suchen

ÖPNV in Hagen: Ein Selbsttest

Datum: 21. Januar 2022

Wer nach Paris, London, New York oder Berlin reist, der kommt in der Regel nicht auf die Idee, sich vor Ort mit dem eigenen PKW fortzubewegen. Busse, U-Bahnen und S-Bahnen sind verlässliche Nahverkehrsmittel – pünktlich dank enger Taktung, sicher und preiswert. Aber ist der ÖPNV auch in Hagen (für die Hagener selbst und unsere Gäste) eine Alternative? Ich habe den Selbsttest gemacht, in dem ich an einem Tag diverse Sehenswürdigkeiten mit Bus und Bahn quer durch Hagen angesteuert habe und ziehe nun ein für mich durchaus überraschendes Fazit.

Aber der Reihe nach. Da ich rund 40 km von Hagen entfernt wohne, nutze ich mein Auto für die Fahrt ins Büro und war deshalb besonders auf die Alltagstauglichkeit des ÖPNV in Hagen gespannt.

Auf der Homepage der Hagener Straßenbahn AG habe ich schnell den interaktiven Netzplan gefunden. Wohlwollend habe ich zur Kenntnis genommen, dass sich alle Attraktionen, die auf meiner Liste standen, problemlos mit den eingezeichneten Linien ansteuern lassen. Die „letzte Meile“, die noch zu Fuß zurückzulegen wäre, hat diesen Namen nicht verdient.

Ein erster Blick auf die Abfahrtsfrequenzen hat mich optimistisch gestimmt, mein ambitioniertes Tagesprogramm wirklich schaffen zu können. Wenn ihr eure Fahrten planen wollt, dann klappt das mit dem digitalen Fahrplan auf der Homepage sehr gut. Ich habe aber auch noch eine Empfehlung für euch: Ladet euch die HST-App auf euer Smartphone. Da habt ihr immer die komplette Fahrplanauskunft benutzerfreundlich, mit aktuellen Verspätungsanzeigen und vielen praktischen Informationen, wie zum Beispiel dem Abfahrtsmonitor für alle Haltestellen, direkt dabei.

Um eine wirklich geeignete Alternative zum eigenen PKW für eine Sightseeing-Tour durch die Vier-Flüsse-Stadt zu sein, muss aber auch der Preis stimmen. Wollt ihr an einem Tag mehr von Hagen entdecken, dann ist das 24-StundenTicket meine zweite Empfehlung für euch. Wollt ihr euch nur – so wie ich bei meinem Test – auf dem großen Hagener Stadtgebiet fortbewegen, dann reicht die Preisstufe A. Für eine Person kostet das 24StundenTicket dann lediglich 7,30 €, für zwei Personen nur 10,90 €. Wer noch mehr vor hat, kann übrigens auch ein 48StundenTicket erwerben. Ein Fahrschein für eine einzelne Fahrt innerhalb von Hagen kostet für Erwachsene derzeit übrigens 2,90 €.

Ich habe mein Ticket im KundenCenter der Hagener Straßenbahn AG in der Körnerstraße (Haltestelle Stadtmitte/Volme Galerie) gekauft. Das Rathaus (Haltestelle Rathaus an der Volme), die Fußgängerzone mit ihren zahlreichen Geschäften, die Touristinformation im M12 (Haltestelle Dahlenkampstr.), das Museumsquartier (Haltestellen Fichte-Gymnasium oder Markt) und selbst der Einstieg in den 3TürmeWEG hinter dem Stadtgarten (Haltestelle Allgemeines Krankenhaus) sind bequem zu Fuß zu erreichen.

An der Haltestelle Allgemeines Krankenhaus habe ich meinen persönlichen Hagener-ÖPNV-Härtetest fortgesetzt. Also ab in den nächsten Bus der Linie 543, der zufällig gerade zur Abfahrt bereit war. Die App hatte mir verraten, dass ich am Hauptbahnhof in die Linie 512 umsteigen musste, um mein nächstes Ziel zu erreichen, das LWL-Freilichtmuseum (Haltestelle Freilichtmuseum). Ohne Verspätung kam ich in Hagen-Selbecke an. Das Museum ist herausragend, an diesem Tag hatte ich aber ein anderes Programm.

Darum ging es direkt wieder in die andere Richtung zurück und einen schnellen Umstieg später saß ich schon in der Linie 520. Ich stieg wieder ohne jede Verspätung an der Haltestelle Haßleyer Str. aus, denn von hier sind es nur wenige Meter zu Fuß zum Hohenhof, einem Baudenkmal von europäischem Rang und Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur.

Von dort aus führt die Buslinie 534 (Haltestelle Stirnband) in nur 11 Minuten ohne Umstieg zur Haltestelle Hohenlimburg Bahnhof. Der Aufstieg zum Schloss Hohenlimburg ist steil und durchaus anstrengend, aber mit etwas Grundkondition gut machbar. Ich habe ca. 15 Minuten gebraucht und wurde mit schönen Ausblicken belohnt. Leichter war natürlich der Abstieg und er hat auch nicht länger gedauert. Gut so, denn nach den Busfahrten sollte es nun mit dem Regionalzug RE16 schnell zum Hauptbahnhof gehen, das 24StundenTicket umfasst nämlich auch Fahrten in der 2. Klasse von Nahverkehrszügen. Bisher waren alle Busse pünktlich, traf das nun aber auch auf die Bahn zu? Absolut, denn nur 11 Minuten später erreichte mein nahezu leerer Regionalexpress fahrplangenau den Hagener HBF.

Schnell zum Busbahnhof vor dem Haupteingang, denn so gut es bisher auch lief, mein Test war noch nicht am Ende. Mit einem Bus der Linie 516 wollte ich als nächstes das Wasserschloss Werdringen erreichen. Das erste und einzige Mal an diesem Tag fuhr mein Bus mit einer Verspätung los. Doch sind diese vier Minuten wahrlich keiner großen Rede wert – insbesondere, da der Fahrer die Zeit bis zum Ziel locker wieder aufgeholt hat. Wäre ich nicht im Dienst, so hätte ich mir im schönen Schlosscafe sicherlich ein Bier gegönnt, denn das tolle am ÖPNV ist, dass man nicht selbst fahren muss und dennoch sicher ans Ziel gelangt.

Die Haltestelle Wasserschloss Werdringen ist eine Endhaltestelle und so hatte ich ein paar Minuten Zeit für einen kurzen Smalltalk mit dem sympathischen Busfahrer. Pünktlich ging es dann mit dem „516er“ sowie nach Umstieg an der Haltestelle Eckeseyer Str. mit dem „515er“ zum Familienbad Hengstey. Den Sonnenuntergang konnte ich kurz am Seeufer genießen, ein wunderbarer Abschluss meiner „Stadtrundfahrt“. Natürlich hat mich die HST auch noch zurück ins Büro im M12 gebracht (mit den Linien 515 und 510).

Mein Fazit: Die Busse waren durchgängig sehr sauber und aufgrund einer ausreichenden Taktung habe ich zu jeder Zeit in allen Bussen problemlos einen Sitzplatz gefunden. Der faire Preis für das 24StundenTicket und die Freundlichkeit der Fahrer*innen haben mich ebenfalls wirklich überzeugt. Auch die kurze Zugfahrt hat zum hervorragenden Gesamtergebnis beigetragen und so kann ich euch wahrlich empfehlen, bei eurer nächsten Entdeckungstour in Hagen den eigenen PKW stehen zu lassen und auf Busse und Bahnen umzusteigen.

Schreibt mir gerne von euren Erfahrungen mit dem Hagener ÖPNV. Ich bin sehr auf eure Erlebnisse gespannt.

Bis bald

Euer Tim

Tim

In Hagen gibt es immer wieder Neues zu entdecken! Ob beim Wandern, Radfahren oder bei einem gemütlicher Spaziergang – ich nehme euch auf meine Entdeckungstouren mit.

Kontaktieren

Weitere Beiträge die Ihnen gefallen könnten

Fan von Hagen #22

Wieso ist Wolfgang Brenscheidt vom Deutschen Basketball Bund eigentlich #fanvonhagen? Findet es heraus!

Zum Beitrag
#boeleentdecken

Mal richtig urban, mal eher ländlich: In unserer #Stadtteilentdecken Reihe seht ihr die Vielfalt Hagens!

Zum Beitrag
#ischelandentdecken

Mal richtig urban, mal eher ländlich: In unserer #Stadtteilentdecken-Reihe seht ihr die Vielfalt Hagens!

Zum Beitrag
Fan von Hagen #21

Wieso ist Frank Straube von der Ölmanufaktur eigentlich #fanvonhagen? Findet es heraus!

Zum Beitrag

Stay connected!

Teilt eure schönsten Erlebnisse in Hagen
unter #hagenentdecken

Instagram #hagenentdecken