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Zu Besuch bei: Jiu Jitsu Academy Kohnert

Datum: 17. September 2026

Akis von der Jiu-Jitsu-Schule Kohnert hat mich eingeladen, einmal beim Training vorbeizuschauen und selbst mitzumachen. Eine Einladung, die ich natürlich gerne angenommen habe. Bis zu diesem Tag hatte ich mit Brazilian Jiu-Jitsu, kurz BJJ, beziehungsweise mit Kampfsport generell allerdings noch überhaupt keine Berührungspunkte. Ich kannte den Sport eigentlich nur aus Videos und konnte mir daher nur schwer vorstellen, was mich bei einem echten Training erwarten würde. Umso gespannter war ich, als es dann tatsächlich auf die Matte ging. Und so viel kann ich schon vorwegnehmen: Das Training hat mich ziemlich überrascht und körperlich definitiv an meine Grenzen gebracht.

Tradition & Moderne
Die Geschichte der Kampfsportschule reicht mehr als 50 Jahre zurück. Gegründet wurde sie von Jochen Kohnert, einem mehrfachen Deutschen Meister und Europameister im Jiu Jitsu. Die Schule entwickelte sich zu einer der ersten Kampfsportschulen in Hagen und machte sich vor allem mit Judo, Jiu Jitsu und Selbstverteidigung einen Namen.
Über die Jahre wechselte die Leitung, die Tradition blieb aber bestehen. Seit 2012 führte Michael Liermann die Arbeit von Jochen Kohnert weiter, der auch heute noch als Trainer aktiv ist. Im November 2025 begann schließlich ein neues Kapitel: Aus der Judoschule Kohnert wurde die Jiu Jitsu Academy Kohnert, geleitet von Agisilaos Soultanidis, kurz Akis. Heute verbindet die Schule ihre langjährige Tradition mit modernen Trainingsmethoden des Brazilian Jiu Jitsu. Gleichzeitig gehören auch Judo und das klassische Jiu Jitsu weiterhin zum Angebot.

Nach dem herzlichen Empfang und einem ersten Einblick in die Historie sowie die Medaillen und Pokale von Jochen Kohnert ging es für mich in die Umkleide. Dort bekam ich auch direkt einen „Gi“. Das sind die klassischen Anzüge, wie ihr sie vielleicht auch aus Filmen kennt.
Dann ging es auch schon auf die Matte. Zunächst wurde sich ein wenig aufgewärmt. Auf meine Frage, welche Muskelgruppen beim Training besonders beansprucht werden und was man vorher besonders aufwärmen sollte, bekam ich nur eine lachende Antwort: „Alle.“ Und damit sollten sie recht behalten. 😀

Dann begannen auch schon die ersten Übungen und Techniken. Alles wurde von Akis Schritt für Schritt erklärt und anschließend direkt ausprobiert. Gerade als Anfänger ist das hilfreich, denn manche Bewegungsabläufe sehen zunächst deutlich einfacher aus, als sie tatsächlich sind. Schon bei der ersten Übung bekam ich direkt zu spüren, wie anstrengend das Ganze heute noch werden sollte.

Besonders gut fand ich, dass bei jeder Übung immer mit einem Partner trainiert wurde und regelmäßig durchgewechselt wurde. Auch wenn alle anderen Teilnehmer deutlich mehr Erfahrung hatten als ich, wurde ich direkt mit eingebunden und bekam von allen immer wieder gute Tipps. Gleichzeitig wurde die Intensität angepasst, sodass ich als Anfänger überhaupt eine „Chance“ hatte. Selten habe ich meinen Körper so bewusst wahrgenommen und gefühlt wurde wirklich jeder Muskel beansprucht. Schon direkt zu Beginn war ich klitschnass geschwitzt und nach dem Training konnte ich den Muskelkater eigentlich schon kommen spüren.

Es wurden verschiedene Griffe und Techniken geübt. Dabei wurden mir auch einige der typischen Begriffe aus dem Brazilian Jiu-Jitsu erklärt: die Mount, die Guard, verschiedene Submissions wie Würgegriffe und Hebel sowie Techniken zum Positionswechsel.
Das habe ich dann auch schnell zu spüren bekommen. Wenn man zum ersten Mal in einen Griff genommen wird, ist das schon ein ungewohntes Gefühl. Gleichzeitig wird einem aber schnell vermittelt, dass beim Training niemand unnötig an seine Grenzen gebracht wird. Sobald man abklatscht, also „tappt“, oder ein entsprechendes Signal gibt, wird die Technik sofort gelöst. Beeindruckend fand ich vor allem, wie viele Dinge beim Brazilian Jiu-Jitsu gleichzeitig zusammenspielen müssen, um sich gegen einen Gegner durchzusetzen: Körperbeherrschung, Kraft, Technik, Reaktion, Atmung und Ausdauer. Dazu kommt noch die mentale Komponente, denn man muss ständig überlegen, wie man aus einer Position herauskommt oder die nächste Bewegung des Gegenübers vorausahnen kann.

Zum Abschluss wurden noch vier Runden à vier Minuten „gerollt“. Damit sind freie Kämpfe gemeint, bei denen man das zuvor Gelernte noch einmal ausprobiert und direkt anwendet. Eine Runde habe ich mitgerollt und danach war ich auch wirklich durch. 😀 Dafür konnte ich die restlichen Runden gut für Fotos nutzen und mir noch einmal in Ruhe anschauen, wie die einzelnen Techniken richtig ausgeführt werden.
Die Schule bietet Training für verschiedene Altersgruppen an. Los geht es bereits bei den Bambinis ab drei Jahren, danach folgen Kinder und natürlich auch Erwachsene. Ganz neu gibt es außerdem eine eigene Trainingsgruppe für Frauen, was ich persönlich eine schöne Ergänzung finde.

Ganz schön aufregend und spannend zugleich war mein Besuch. Selten habe ich eine Sportart auf diese Art und Weise kennengelernt. Vor allem die Mischung aus Technik, Bewegung und dem Miteinander auf der Matte hat mir richtig gut gefallen. Die super netten Teilnehmer haben für eine angenehme Atmosphäre gesorgt und mich direkt voll mit einsteigen lassen. Gerade als Anfänger habe ich mich dadurch von Anfang an gut aufgehoben gefühlt.
Auch Akis als Trainer hat einen riesigen Wissensschatz und schafft es, diesen auf eine lockere und verständliche Art an die Teilnehmer weiterzugeben. Man merkt schnell, dass er nicht nur selbst viel Erfahrung mitbringt, sondern auch Spaß daran hat, sein Wissen weiterzugeben.

Die Jiu Jitsu Academy ist übrigens seit Kurzem auch Akzeptanzstelle des HAGEN.CITY Guthabens. Ihr könnt also eure monatlichen Beiträge oder auch Einkäufe im Shop vor Ort damit bezahlen.

Weitere Informationen zur Schule und zu eurem ersten Probetraining findet ihr hier.
Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt, selbst einmal auf die Matte zu steigen, dann probiert es doch einfach mal aus!

Sportliche Grüße und bis bald
Euer Nils

Langeweile? Fehlanzeige! In Hagen ist immer was los! Ob zu Fuß, per Rad oder auf dem Wasser, das Angebot ist groß. Kommt mit mir auf Entdeckungstour zu den vielseitigen Freizeitangeboten in Hagen.

Nils Milke
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